A1 | Vom erfolgreichen Start-Up ins Familienunternehmen – Ein Gespräch über Entscheidungsprozesse

Nachfolge in Familienunternehmen ist heute vielfältiger denn je. War es noch vor ein oder zwei Generationen die Regel, dass Next Gens nur zwischen der operativen Führung oder der Rolle des passiven Gesellschafters wählen konnten, gibt es heute viele Wege, sich im Unternehmen einzubringen. Viele Optionen erschweren aber auch oft den Entscheidungsprozess. In unserem Workshop spricht Dr. Matthias Händle mit Florian Calmbach. Aus einem Familienunternehmen stammend, hat er schon während seines Studiums an der WHU sein erstes Start-up gegründet. Mit dem 2014 gegründeten Venture Capital Fonds Venture Stars begleitet er aktuell Digitalunternehmen ab der Gründungsphase. Im Workshop berichtet er über seinen Entscheidungsweg, neben der eigenen Selbstständigkeit nun auch die Nachfolge im eigenen Familienunternehmen Erhardt anzutreten. Gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sprechen wir darüber, ob berufliche Erfahrung außerhalb des eigenen Familienunternehmen den Einstieg erleichtert oder erschwert und wie man Antworten auf wichtige Fragen erhält, um für sich selbst und das Unternehmen die beste Rolle zu finden.

Panelisten:

  • Florian Calmbach ist Serial Start-up Entrepreneur, Business Angel und Venture Capital Investor. Florian ist außerdem Geschäftsführer und Co-Gründer des Venture Capital Fonds Venture Stars
  • Dr. Matthias Händle stammt selbst aus einer Unternehmerfamilie, die in vielen Branchen zu Hause war: Automobilhandel, Maschinenbau und IT.  Der Arbeitsschwerpunkt von Matthias Händle liegt in der aktiven Begleitung bei der Umsetzung der Inhaberstrategie als Coach und persönlicher Berater von Unternehmern und Gesellschaftern

B1 |Gesellschafterkonflikte in Familienunternehmen

Konflikte im menschlichen Zusammenleben sind unvermeidlich. Daher kommen sie auch in Familienunternehmen vor, wo sie zwangsläufig Auswirkungen auf Belange Dritter haben, insbesondere der Mitarbeiter, unbeteiligter Gesellschafter, Geschäftspartner oder des Unternehmens als Ganzem. Jeder Familiengesellschafter kennt sie – zumindest in der Form des latenten Konflikts. Werden Konflikte konstruktiv angegangen, können sie im besten Fall eine positive Entwicklung herbeiführen. Eskalieren sie jedoch, haben sie zerstörerische Kraft, die jede Unternehmerfamilie zurecht fürchtet.

Die beiden Referenten haben langjährige Erfahrungen in diesen Bereich – nicht zuletzt aufgrund des erst vor wenigen Wochen erfolgreich gelösten Konfliktes im Familien-Handelskonzern Tengelmann. In persönlichen Erfahrungsberichten werden sie anhand praktischer Beispiele analysieren und erläutern, warum Konflikte eskalieren, wie sie vermeidbar gewesen wären und wo typische Fallstricke lauern. Darauf aufbauend werden sie Lösungsansätze vorstellen, die entweder ein neues (und besseres) Miteinander ermöglichen oder in eine für beide Seiten faire Trennung münden.

Panelisten:

  • Prof. Dr. Mark K. Binz, Aufsichtsratsvorsitzender der Fielmann AG
  • Astrid Hamker, lic.oec. HSG, Präsidentin des Wirtschaftsrates Deutschland und stellvertretende Vorsitzende des Beirats der Tengelmann Unternehmensgruppe

A3 | Der Beirat im Familienunternehmen - Wenn, dann richtig

Beiräte gehören mittlerweile zum Standard guter Führung von Familienunternehmen und haben sich als zentrales Governance-Instrument fest etabliert. Das war nicht immer so. Noch 2002 waren Familienunternehmen mit Beirat, Aufsichtsrat oder Verwaltungsrat eher selten. Doch der Trend kennt seitdem nur eine Richtung: nach oben.

Ein genauer Blick in die Gremien zeigt aber: Die Qualität und Stringenz, mit der Beiräte eingerichtet werden, hat noch Luft nach oben: Die Mitglieder sind im Schnitt zu alt, falsch ausgewählt und ihnen fehlen Kompetenzen in Zukunftsthemen. Sie diskutieren in ihren Sitzungen über aktuelle Disruptionen, wissen aber meist nicht, wie sie die Geschäftsführung unterstützen können, um zukunftsweisende Veränderungen anzustoßen. Das sollte sich angesichts der gewaltigen Herausforderungen, vor der Familienunternehmen stehen, schleunigst ändern. Wenn Beirat, dann richtig!

Was macht einen guten Beirat aus? Welche Aufgaben kann und sollte er übernehmen? Was ist bei der Auswahl und Einrichtung zu beachten? Diese und viele weitere Fragen wollen wir mit unseren Panelisten Katrin Dahnke, Sabine Strick, Zièd Bahrouni und Lutz Goebel und Ihnen in unserem Workshop diskutieren.

Panelisten:

  • Kathrin Dahnke ist Mitglied des Vorstands (Finanzvorstand) der Osram Licht AG und Mitglied des Aufsichtsrats der B. Braun Melsungen AG und der Knorr-Bremse AG
  • Sabine Strick ist Prokuristin bei der INTES Akademie für Familienunternehmen und Programmleiterin Beiratsbesetzung
  • Zièd Bahrouni ist Geschäftsführer und Mitbegründer von Motius und Mitglied des Beirats bei heroal - Johann Henkeljohann und The Family Butchers
  • Lutz Goebel ist geschäftsführender Gesellschafter Henkelhausen, Beiratsvorsitzender bei Stahlwille sowie Beirat der Commerzbank Beteiligungs AG und der Obermark

Moderation:

Uwe Rittmann leitet als Geschäftsführer bei PwC Deutschland den Bereich Familienunternehmen und ist u.a. Mitglied des Beirats bei Stahlwille