Unternehmertum

Unternehmertum wird von Unternehmern vollführt, die "Einzelpersonen oder Gruppen von Einzelpersonen sind, die unabhängig oder als Teil eines Unternehmenssystems handeln, neue Organisationen schaffen oder eine Erneuerung innerhalb einer bestehenden Organisation anstoßen" (Sharma and Chrisman, 1999: 17). Unternehmertum kann also sowohl in etablierten Organisationen am einen Ende des Kontinuums als auch in völlig unabhängigen Unternehmungen am anderen Ende des Kontinuums stattfinden. Während sich die Forschung schon früh auf unabhängige Unternehmungen (d.h. Start-ups) konzentriert hat, hat die Bedeutung für das Unternehmertum, das in etablierten Unternehmen (d.h. Corporate Entrepreneurship) auftritt, einen enormen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit der Organisation und die allgemeine Gesundheit der Wirtschaft. Tatsächlich ist Corporate Entrepreneurship in jeder Volkswirtschaft stärker verbreitet als Entrepreneurship in Start-ups.

Die wirkungsvollste zeitgenössische Theorie des Unternehmertums wurde von Schumpeter weiterentwickelt, der die Idee des Eigentums (Risikotragung durch die Eigentümer) und des innovativen Verhaltens in einer vom Eigentum losgelösten Organisation trennte. So nimmt Schumpeter den Akt des Unternehmertums wahr, während der Einzelne sich mit der Entwicklung neuer Kombinationen von Ressourcen beschäftigt, z.B. mit neuen Produkten, Produktionsmethoden, Innovationen, etc. und impliziert, dass jeder unternehmerisch handeln kann. 

Die oben genannte Beschreibung des Unternehmertums und des Unternehmers hat wichtige Auswirkungen auf Familienunternehmen. Alle Familienunternehmen wurden zu einem Zeitpunkt durch ein unternehmerisches Handeln gegründet. Noch wichtiger ist jedoch, dass das Unternehmertum in der Organisation unter allen Mitarbeitern und nicht nur unter den Familienmitgliedern kontinuierlich gefördert werden muss, um das Wachstum und die Überlebensfähigkeit der Organisation zu sichern. Darüber hinaus kann der Unternehmergeist der Familie einen wichtigen Einfluss auf die nächste Generation haben. Ihre unternehmerische Energie könnte genutzt werden, indem man sie ermutigt, unternehmerische Aufgaben im Familienunternehmen zu übernehmen, aber auch durch die Unterstützung (und Zugehörigkeit) neuer Unternehmen, die die nächste Generation innerhalb des heutigen Familienunternehmens gründet, um die Familienbindung zu erhalten und die späteren Nachfolgeprozesse zu erleichtern. 

Ihr Ansprechpartner

Prof. Franz W. Kellermanns, Ph.D.

Prof. Franz W. Kellermanns, Ph.D.

Franz W. Kellermanns, Ph.D. ist der Addison H. & Gertrude C. Reese Endowed Chair in International Business und Professor für Unternehmensführung am Belk College of Business an der University of North Carolina - Charlotte. Er gehört zudem dem Institut für Familienunternehmen an der WHU – Otto Beisheim School of Management an.

Professor Kellermanns wurde an der University of Connecticut promoviert (Ph.D.). Seine Forschungsinteressen beinhalten strategische Prozesse und Unternehmertum mit einem Schwerpunkt auf Familienunternehmensforschung. Er ist Editor (Mitherausgeber) des Entrepreneurship Theory and Practice und war Associated Editor der Family Business Review. Er hat unter anderem in folgenden Zeitschriften veröffentlicht: Organization Science, Journal of Management, Journal of Management Studies, Journal of Organizational Behavior, Journal of Business Venturing, Entrepreneurship Theory and Practice, Academy of Management Learning and Education, etc.

Er ist Co-Editor des "Handbook of Strategy Process Research", verlegt bei Edward Elgar und Co-Editor des Buches "Innovating Strategy Process" in der Strategic Management Society Buchreihe (Wiley-Blackwell). Er sitzt zudem im Herausgeber-Beirat der folgenden Zeitschriften: Journal of Business Venturing, Journal of Management, Journal of Management Studies, Family Business Review, Journal of Family Business Strategy and Strategic Entrepreneurship Journal.

Tel.: +49-(0)261-6509-781
Mail: franz.kellermanns(at)whu.edu