Start-up-Kooperation

Familienunternehmen sind das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Viele potentielle Nachfolger von Familienunternehmen entscheiden sich jedoch, zunächst nicht in das Familienunternehmen einzusteigen, sondern selbst unternehmerisch tätig zu werden. Laut einer neuen Studie entscheiden sich etwa 25 Prozent potentieller Nachfolger von Familienunternehmen dafür, selbst ein eigenes Unternehmen zu gründen.

Am Institut für Familienunternehmen an der WHU beschäftigen wir uns mit den Unternehmen der „Next Gens“, der nächsten Generation von Familienunternehmen. Dabei untersuchen wir sowohl mit qualitativen als auch mit quantitativen Forschungsmethoden die Chancen und Risiken, die es für das Startup und das Familienunternehmen mit sich bringt, wenn die Familie oder das Familienunternehmen sich am Startup der nächsten Generation finanziell beteiligt oder anderweitig involviert ist. Anhand einer detaillierten Fallstudie haben wir mit Familienunternehmern und Gründern mit einem Familienunternehmen-Hintergrund aus dem deutschsprachigen Raum gesprochen und haben festgestellt, dass umfassenden Synergien zwischen Startup und Familienunternehmen entstehen, die nach der Anfangszeit des Startups für beide Firmen gleich fruchtbar waren. Weitere Chance und Risiken, die sich aus unserer Studie ergeben haben, sind in der folgenden Grafik dargestellt.

Mit unserem Ansatz zeigen wir zusätzlich ein alternatives Nachfolgemodell auf, da wir beobachten konnten, dass in einigen unserer Beispiele das Startup mit dem Familienunternehmen zusammengeschmolzen ist und somit die Nachfolge durch die eigene Unternehmensgründung der nächsten Generation wieder wahrscheinlicher geworden ist.
Für die Praxis haben wir aus den weitreichenden Ergebnissen Managementkonzepte und Handlungsempfehlungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Mittelständischen Familienunternehmen und Startups abgeleitet.

Ein weiteres Forschungsgebiet ist es Unterschiede zwischen Gründern mit und ohne Familienunternehmen-Hintergrund in ihrer Herangehensweise an das Startup herauszufinden. Ein Schwerpunkt dabei ist es vor allem auch potentielle Vorteile, die Gründern aus einem Familienunternehmen zugeschrieben werden, wie beispielsweise eine finanzielle Beteiligung, Branchenkenntnisse oder Netzwerkeffekte, statistisch zu analysieren.

Ihre Ansprechpartnerin

Larissa Leitner

Larissa Leitner

Seit März 2017 ist Larissa Leitner als externe Doktorandin Teil des Instituts für Familienunternehmen an der WHU. In ihrer Dissertation fokussiert Larissa sich auf die Finanzierung von Start-ups, insbesondere Start-ups der "Next Generation". Während ihrer Tätigkeit in einem HR-Software Unternehmen hat sie weitreichendes Wissen in den Bereichen Unternehmensstrategien, sowie Marketing erhalten und konnte zusätzlich tiefgehende Einblicke in die deutsche Start-up-szene gewinnen. Larissa hat einen Bachelor in Business Administration der WHU – Otto Beisheim School of Management. Anschließend absolvierte sie ein Masterstudium in Business und Economics an der Copenhagen Business School. Zusätzlich verbrachte sie Auslandssemester an der Xavier University in Cincinnati (USA) und an der Macquarie University in Sydney (Australien).

Mail: larissa.leitner(at)whu.edu