Social Responsibility

Engagieren sich Familienunternehmen mehr oder weniger in „Corporate Social Responsibility“ (CSR) als andere Unternehmen? Diese Frage wird kontrovers diskutiert. Zum einen zeigt die Vergangenheit, dass sich bereits vor mehr als 100 Jahren Unternehmerfamilien in besonderem Maße um ihre Mitarbeiter kümmerten. Die Mitarbeiterwohnungen der Fugger-Familie in Augsburg sind nur ein Beispiel dafür.

Der Grund warum Unternehmerfamilien einen so genannten „Stakeholder-Ansatz“ (der im Gegensatz zum profit-maximierenden „Shareholder-Ansatz“ gesehen werden kann) liegt in den nicht-finanziellen Zielen der Unternehmerfamilien. Unternehmerfamilien ist oft viel daran gelegen, lang-andauernde, vertrauensbasierte Beziehungen zu Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten aufzubauen. Zudem liegt Unternehmerfamilien ihre eigene Reputation am Herzen – die wiederum durch CSR Aktivitäten positiv beeinflusst werden kann. So zeigt eine spanische Studie aus dem Jahr 2010, dass Familienunternehmen sich stärker als Nicht-Familienunternehmen an freiwilligen Maßnahmen zum Umweltschutz beteiligen. Viele Familienunternehmer sind zudem für ihre philanthropischen Stiftungen bekannt. 

Auf der anderen Seite gibt es auch wissenschaftliche Studien, die das Gegenteil belegen: Familienunternehmen investieren weniger in CSR. Auch hierfür ist die Erklärung einleuchtend. Während der angestellte Manager bei CSR-Entscheidungen über fremdes Geld entscheidet, betreffen CSR-Entscheidungen von Unternehmern das eigene Geld. Will man die beiden Sichtweisen zusammenbringen, so kann man folgendes erwarten:

  • Der Einsatz von Familienunternehmern in CSR hängt von den persönlichen Zielen und Motiven der Unternehmerfamilie ab
  • Die Unternehmerfamilien ist es besonders wichtig, dass das Geld effektiv und zielführend eingesetzt wird
  • Unternehmerfamilien sind besonders daran interessiert Projekte in ihrer Region zu unterstützen

Ihr Ansprechpartner

Prof. Dr.  Nadine Kammerlander

Prof. Dr. Nadine Kammerlander

Nadine Kammerlander wurde im November 2015 zur Lehrstuhlinhaberin des Instituts für Familienunternehmen an der WHU – Otto Beisheim School of Management berufen. Zuvor war sie als Assistenzprofessorin an der Universität St. Gallen tätig. Nadine Kammerlander ist diplomierte Physikerin (TU München) und promovierte Betriebswirtschaftswissenschaftlerin (Otto-Friedrich Universität Bamberg). Sie arbeitete mehrere Jahre bei McKinsey & Company und beriet internationale Unternehmen der Automobil- und Halbleiter-Branche in Produktentwicklungsprojekten. Neben der Schweiz und Deutschland lebte bzw. arbeitete Nadine Kammerlander auch in Schweden, Italien, USA und Mexiko.

Tel.: +49-(0)261-6509-780
Mail: nadine.kammerlander(at)whu.edu

Hon.-Prof. Dr. Peter May

Hon.-Prof. Dr. Peter May

Der Gründer der INTES war Inhaber des Wild Group Chair for Family Business am IMD in Lausanne und Honorarprofessor an der WHU in Vallendar.

Mit dem INTES-Prinzip hat Hon.-Prof. May, der selbst aus einem Familienunternehmen stammt, das erste integrierte Strategiekonzept für Familienunternehmen und ihre Inhaber geschaffen. Auf dieser Grundlage berät er namhafte Unternehmer und Unternehmerfamilien einschließlich der Mitgliedschaft in Beiräten und Aufsichtsräten.

Hon.-Prof. May ist Deutschlands führender Berater und ein weltweit anerkannter Experte für Familienunternehmen. Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher Publikationen (u. a. Erfolgsmodell Familienunternehmen/ …), ein begeisternder Referent sowie Begründer diverser Initiativen für Familienunternehmen (u. a. Governance Kodex für Familienunternehmen, Familienunternehmer des Jahres, FBN Deutschland, INTES Stiftungslehrstuhl für Familienunternehmen an der WHU).

Tel.: +49 (0)228 36 78-011
Mail: peter.may(at)whu.edu