Workshop B3

Der Weg ins elterliche Unternehmen

2. Runde 16:00 Uhr — 17:00 Uhr

Der Weg in die Geschäftsführung des elterlichen Unternehmens ist ein komplexer Prozess mit vielen Fallstricken und Fragestellungen: Ist das betreffende Kind überhaupt willens, ist es geeignet? Was sind die erforderlichen Schlüsselqualifikationen? Und wer entscheidet darüber? Die Familie selbst, ein externer Beirat oder, je nach Rechtsform, ein mitbestimmter Aufsichtsrat? Oder in Erbfällen ein Testamentsvollstrecker-Gemium? Ist die jahrelange Bewährung in Führungspositionen außerhalb des eigenen Unternehmens Bedingung oder ein alter Hut? Muss das eigene Kind dem berühmten Dritt-Vergleich standhalten? Bedarf es hierzu eines externen Audits? Gibt es einen Familien-Bonus oder gilt das Dogma „firma first“? Was, wenn unterschiedlich alte Kinder in Betracht kommen? Muß dann der Auswahlprozeß im Interesse der Chancen-Gleichheit zurückgestellt werden? Wie ist es bei zwei Familienstämmen, wenn nur einer einen qualifizierten Nachfolger stellen kann? Sollen dann im Interesse der Gleichberechtigung oder des Familienfriedens (Stichwort: Pattsituation) beide Stämme auf ein Geschäftsführeramt verzichten und ausschließlich Fremdmanager bestellen?

Auch andere Themen sind relevant: Wie kann die Familie langfristig ihre Unabhängigkeit bewahren? Welche Risiken darf sie eingehen? Bestimmt der Markt das Expansionstempo oder die Eigenkapitalquote bzw der dynamische Verschuldungsgrad? Ist eine klassische Bankenfinanzierung, eine Unternehmensanleihe oder die Aufnahme eines Finanzinvestors, etwa eines Familyoffice, vorteilhafter? Welche Rechtsform ist optimal? Ist die Mitbestimmung von Arbeitnehmern im Aufsichtsrat des Teufels oder eine große Chance? All diese Fragen müssen für jede Unternehmerfamilie individuell beantwortet werden. Es gibt keine Lösung von der Stange, aber bewährte Gestaltungen. Dazu gehören insbesondere die schrittweise Übertragung von Verantwortlichkeiten, eine vorweggenommene Erbfolge, Holding-Konzepte, Stiftungslösungen, Poolverträge und sonstige Arten von Gesellschafterverträgen. Auch ein, in der Regel rechtlich unverbindlicher Familien-Kodex kann helfen, Konflikte innerhalb einer Familie zu vermeiden oder zu lösen. 

Im Workshop möchten wir diese Themen aus theoretischer und aus praktischer Sicht näher beleuchten. Aus wissenschaftlicher Sicht stellt Prof. Dr. Max Leitterstorf den aktuellen Stand der Forschung vor. Aus unternehmerischer Sicht erläutert Prof. Dr. Mark Binz, u.a. Aufsichtsratsvorsitzender der börsennotierten Fielmann AG, verschiedene Lösungsansätze, die sich bei Familienunternehmen seit langem bewährt haben. Wir freuen uns besonders, dass Gräfin Katharina von Faber-Castell (30) im Dialog mit den beiden Referenten ihre eigenen Erfahrungen beisteuern wird.

Katharina von Faber-Castell

Katharina Gräfin von Faber-Castell

Faber-Castell

Mehr Infos »

Prof. Dr. Mark Binz

Prof. Dr. Mark Binz

Fielmann Aufsichtsrat

Mehr Infos »

Prof. Max Leitterstorf

Prof. Dr. Max Leitterstorf

ifb@WHU

Mehr Infos »